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Nour Al Abdullah im Kulturmarkt: „Ich will spüren, dass ich noch träume„

Nour Al Abdullah Zürich Texte ohne Grenzen

Bericht: Khalid Dêrik

Am 1. April 2026 fand im Kulturmarkt in Zürich ein besonderer Abend der syrischen Autorin Nour Al Abdullah unter dem Titel „Ich will spüren, dass ich noch träume“ statt. Die Veranstaltung war Teil der Reihe „Texte ohne Grenzen“, organisiert unter der Schirmherrschaft des Übersetzerhauses Looren und mit freundlicher Unterstützung der Stadt Zürich, der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia sowie der UBS Kulturstiftung.

Nour Alabdullah auf der Bühne des Kulturmarkt Zürich mit Übersetzer Usama Al Shahmani, Musiker Zaher Assaf und Alice Grünfelder

Dieser Abend war weit mehr als eine schlichte Lesung; er glich einem kleinen Festival, das die syrische Kultur mitten in Zürich zelebrierte. Die Veranstaltung begann bereits vor der Aufführung mit der Eröffnung des Restaurants, das dem Publikum orientalische Köstlichkeiten bot. So vermischten sich die Düfte traditioneller Gerichte mit den Klängen der klassischen Oud und öffneten ein weites Fenster zur zeitgenössischen syrischen Literatur – getragen von einer professionellen Regie und breiter Unterstützung Schweizer Institutionen.

Nour Alabdullah im Kulturmarkt

Auf der Bühne entfaltete sich eine lebendige und bewegende sprachliche Harmonie. Die syrische Autorin Nour Alabdullah trug Texte vor, die aus ihrer Erinnerung und dem Schmerz von Krieg und Exil schöpften. Gefolgt von der Künstlerin Ivana Martinović, welche die deutsche Fassung las, entstand ein kreatives Echo, das das arabische und schweizerische Publikum vereinte. Die Lesungen umfassten symbolträchtige Texte von tiefer menschlicher Dimension, darunter: „Meines Vaters Rücken ist mein Schutzschild“, „Ich werde mich Ghassan nennen“, „Ein gelähmter Flügel“ sowie einen Auszug aus ihrer Geschichte „Ich trage ihren Tod“ mit dem Titel „Organtausch.

Zwischen den literarischen Passagen füllte der Musiker Zaher Assaf den Raum mit den Klängen seiner Oud. Er begnügte sich nicht nur mit dem Instrumentalspiel, sondern ließ auch seine Stimme mit traditionellen arabischen Liedern erschallen. Dies verlieh dem Abend einen Hauch von Nostalgie und Wärme und verband die modernen Texte mit ihren tiefen kulturellen Wurzeln.

Panoramablick auf die Lesung der syrischen Autorin Nour Alabdullah in Zürich vor großem Publikum.

Die Moderation übernahm Alice Grünfelder, die Nour Fragen stellte, welche tief in die Identität ihrer Texte und die Entstehungsumstände ihres Schreibens eintauchten. Der Autor und Übersetzer Usama Al Shahmani fungierte als sprachliche Brücke, indem er Nours Antworten simultan ins Deutsche übertrug und die Diskussion so für das gesamte Publikum zugänglich und umfassend gestaltete. Unter der Regie von Zarina Tadjibaeva vervollständigte sich das Gesamtbild zu einem multisensorischen Erlebnis, das das Wort, den Klang und den anspruchsvollen intellektuellen Dialog vereinte.

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Die Autorin Nour Al Abdullah lebt in der Schweiz und schreibt in ihrer Muttersprache Arabisch. Ihre Texte sind tief in ihrer Heimat verwurzelt; sie erzählen von Syrien, vom Bürgerkrieg und von der Zerrissenheit und Schwermut, die dieser hinterlässt.
​Im Rahmen der Reihe „Texte ohne Grenzen“ präsentierte die Autorin eine Auswahl ihrer Lyrik sowie einen Auszug aus ihrer Erzählung „Ich trage ihren Tod

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