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Über das unbenannte Grauen schreiben: Der PEN-Talk bei den Solothurner Literaturtagen 48

Solothurner Literaturtagen 48
Foto: © Waha Alfikir

Solothurner Literaturtagen

Über das unbenannte Grauen schreiben: Der PEN-Talk bei den Solothurner Literaturtagen 48

​Solothurn – Waha Alfikir: Khalid Derik

Im Theatersaal des Stadttheaters fand am Freitag, dem 15. Mai 2026, im Rahmen der Solothurner Literaturtage ein hochkarätiges Podiumsgespräch des PEN-Zentrums unter dem Titel „Über das unbenannte Grauen schreiben“ statt. Die von Nora Osagiobare und Demian Cornu moderierte Veranstaltung brachte die sudanesisch-österreichische Schriftstellerin Dr. Ishraga Mustafa Hamid und die kongolesische Autorin Laurène Southe zu einem intensiven Austausch über die Macht des Wortes angesichts von Krisen zusammen.

 

Solothurner Literaturtagen

Das Schreiben als politischer Akt und der Kampf um Freiheit .  

In Bezug auf ihr Literaturverständnis bekräftigte Dr. Ishraga Mustafa, dass „das Schreiben für sie Politik sei“. Dabei verwies sie auf den intellektuellen Mut im Werk von Nawal El Saadawi und unterstrich die Bedeutung von Aufklärung mit den Worten: „Wir dürfen keine Angst haben, sondern wir müssen wissen.“ Auf der anderen Seite legte die Autorin Laurène Southe in ihren englischsprachigen Beiträgen den Fokus nachdrücklich auf die Freiheit ihres Heimatlandes Kongo, wobei sie durch ihre kritischen Texte die Folgen des Kolonialismus sowie die Rolle der Literatur bei der Erlangung intellektueller Unabhängigkeit und sozialer Gerechtigkeit hervorhob.

 

Solothurner Literaturtagen 2026
Foto: © Waha Alfikir

 

Solothurner Literaturtagen

Dokumentation von Tragödien und Kriegen

Die Veranstaltung war von ausführlichen Lesungen geprägt, die im Kern eine lebendige Dokumentation menschlicher Tragödien und Kriege darstellten. Dr. Ishraga Mustafa verwies auf ihren kreativen Prozess mit den Worten: „Ich denke auf Arabisch, wenn ich schreibe, ungeachtet meines Schaffens in anderen Sprachen“, und fügte hinzu: „Ich übersetze meine Texte selbst“. Sie trug berührende Texte über Liebe, Krieg und Mutterschaft auf Arabisch und Deutsch vor. Demgegenüber rezitierte Laurène Southe ihre englischen Texte und Gedichte, die sich um das Thema Freiheit drehten, vor einem zutiefst beeindruckten Publikum.

 

Solothurner Literaturtagen 48 . 2026
Foto: © Waha Alfikir

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