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Autorinnen diskutieren über „Schreiben über Heimat im Exil“ bei den 48. Solothurner Literaturtagen

Schreiben über Heimat im Exil
Foto: © Waha Alfikir

Autorinnen diskutieren über „Schreiben über Heimat im Exil“ bei den 48. Solothurner Literaturtagen

Exklusiv: Waha Alfikir – Khalid Dêrik

Event: Podium und offenes Gespräch unter dem Titel „Schreiben über Heimat im Exil“.

Mit: der Romanautorin Stella Gaitano, der Lyrikerin Asmaa Azaizeh und der Lyrikerin Laurène Southe.

Moderation und Übersetzung: Das Podium wurde von Nora Osagiobare moderiert, unter Mitwirkung von Miriam Japp für die deutschen Lesungen und Rafael Blatter für die Simultanübersetzung.

Ort: Theatersaal – Solothurn, Schweiz. Zeit: Samstag, 16. Mai 2026, um 19:00 Uhr.

Stella Gaitano: Schreiben über Heimat im Exil und die Bitterkeit des Krieges

Das Podium erlebte einen humanitären Aufschrei der südsudanesischen Romanautorin und Menschenrechtsaktivistin Stella Gaitano, die sowohl auf Arabisch als auch auf Englisch schreibt. Sie äußerte sich bitter über die Realität von Konflikten mit den Worten: „Der Krieg ist das Schlimmste, was einem Menschen im Leben widerfahren kann.“

In ihrer Rede betonte Gaitano die Notwendigkeit menschlicher Solidarität und Unterstützung für die betroffenen Völker und kritisierte gleichzeitig, dass die Welt die Opfer dieser Tragödien ignoriert.

Mit einem von Wehmut erfüllten Ton bekräftigte sie ihre tiefe spirituelle und emotionale Verbundenheit mit dem Sudan. Dabei übte sie Kritik an den Regierungen aus, die sich nur auf Eigeninteressen konzentrieren, und drückte ihr tiefes Bedauern darüber aus, nicht im „Großsudan“ leben zu können – ein Umstand, der das Bleiben dort unmöglich machte und Kulturschaffende in die Glut des Exils trieb.

Schreiben über Heimat im Exil
Foto: © Waha Alfikir

 

Asmaa Azaizeh: Das frische Exil und das politische Bewusstsein

Die palästinische Lyrikerin Asmaa Azaizeh präsentierte ihrerseits Lesungen und Wortbeiträge, in denen sie Arabisch und Englisch miteinander verband.

Da die Erfahrung der Fremde für sie noch recht frisch ist, erklärte sie sachlich, dass sie noch keinen großen Wandel oder eine radikale Veränderung ausdrücken könne, die das Exil in ihrem literarischen Bewusstsein hinterlassen hat.

Anstatt sich in der Melancholie der persönlichen Entfremdung zu verlieren, war ihre Rede über Palästina kurz und fokussiert, wobei sie sich auf einen Ansatz stützte, der von einer prägnanten und pointierten politischen Philosophie geprägt war.

Schreiben über Heimat im Exil
Foto: © Waha Alfikir

Laurène Southe: Facetten des neuen Lebens

Die junge Lyrikerin Laurène Southe (kongolesischer Herkunft und in Wien lebend) konzentrierte sich in ihrem Beitrag auf die Facetten ihres neuen Lebens und ihre kreative Erfahrung in der Emigration.

Southe präsentierte dem Publikum Live-Lesungen ihrer Texte auf Englisch und beleuchtete damit die Anfänge ihrer Erfahrung sowie ihre kontinuierliche Suche nach Identität und Brücken der Verständigung zwischen den eigenen Wurzeln und der gelebten Realität.

Schreiben über Heimat im Exil
Foto: © Waha Alfikir

Allgemeiner Eindruck

Dieses mehrsprachige Podium – das eine Simultanübersetzung ins Deutsche und parallele Lesungen von Miriam Japp bot – spiegelte wider, dass die Heimat im Exil ein lebendiges Thema ist, dem mit dem Wort Widerstand geleistet wird.

Unter der Leitung von Nora Osagiobare gelang es den drei Autorinnen, den Puls des Leidens und der Marginalisierung in die Herzen des Schweizer Publikums zu tragen. Sie hinterließen den bleibenden Eindruck, dass das Schreiben im Exil die letzte Zuflucht ist, um die menschliche Wahrheit vor dem Vergessen und der internationalen Ignoranz zu schützen.

Schreiben über Heimat im Exil
Foto: © Waha Alfikir

 

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